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Rückgang der Spendebereitschaft um 18 Prozent

Author: am 21.07.2013 um 12:38
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Der Spiegel hat diese Woche über den 18-prozentigen Rückgang der Organspendebereitschaft in Deutschland berichtet. Das ist an sich schon eine erschreckend hohe Zahl. Vor dem Hintergrund der Aufklärungskampagnen der Krankenkassen ist diese Zahl aber noch schockierender. Die – mehr oder weniger – persönliche Ansprache der Versicherten konnte die Verunsicherung, der durch den Missbrauch bei der Organvergabe an Universitätskliniken entstanden ist, nicht lindern. Was läuft schief? Der Leiter der Nationalen Organisation für Transplantation in Madrid, Rafael Matesanz, hat dafür eine Erklärung. In Spanien wird die Organvergabe staatlich organisiert und nicht wie in Deutschland sowohl über eine unabhängige Stiftung, die DSO, die die Organspende regelt, als auch über eine supranationale Organisation, Eurotransplant, die für die Vergabe zuständig ist. Er sagt, man solle die Koordination unter staatliche Aufsicht stellen und die Ärzte lediglich die medizinische Beurteilung bei der Organvergabe abgeben lassen. In jedem spanischen Krankenhaus gibt es zudem Transplantationskoordinatoren, die dafür ausgebildet werden, die hochsensiblen Gespräche mit den Angehörigen eines verstorbenen Patienten zu führen. Matesanz ist davon überzeugt, dass es für die Erhöhung der Spendebereitschaft effektiver ist, in die Ausbildung der Koordinatoren zu investieren. Informationsbriefe an die Versicherten zu schicken, hält er für kontraproduktiv, da sie sich die Menschen eventuell gar nicht mit dem Thema auseinandersetzen wollen und sich dann genau deswegen dagegen entscheiden. In unseren Augen kann aber eine möglichst offene, informative Aufklärung sehr wohl dazu beitragen, dass sich Menschen zu Lebzeiten eine Meinung darüber bilden, ob sie Organe spenden wollen oder nicht. Und deswegen geben wir weiter Vollgas mit unserer Arbeit!

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