Ausweis

Mehr als nur ein Stück Papier!

Der Ausweis dokumentiert nicht nur die persönliche Bereitschaft zu einer Organspende, sondern auch ein Widerspruch kann festgehalten werden. Insgesamt bietet der Ausweis fünf Entscheidungsmöglichkeiten. Damit hat jeder Einzelne die Chance seine ganz persönliche Entscheidung zu dokumentieren. Für uns ist jeder ein „Junger Held“, der sich an dieses schwierige Thema heranwagt und sich die Zeit für eine persönliche Entscheidungsfindung nimmt.

Wir plädieren dafür, diese Entscheidung aus dem Leben heraus zu treffen. Bin ich bereit Organe zu spenden? Ja oder nein? Wenn die Entscheidung getroffen wurde, dann sollte sie auch dokumentiert werden.

1. Woher bekomme ich einen Ausweis?

Es gibt viele Möglichkeiten an einen Organspendeausweis zu kommen. Die Vordrucke sind in Apotheken, Arztpraxen, Krankenhäusern oder euren Krankenkassen zu erhalten. Ihr könnt den Ausweis auch gleich hier downloaden und ausdrucken. Der Ausweis kann von jedem sofort ausgefüllt werden. Auch eine formlose Willenserklärung ist rechtskräftig, d.h. Stempel, Beglaubigungen, Registrierungen oder andere Formalitäten sind nicht nötig.

2. Wie kann ich meine Entscheidung auf dem Ausweis festhalten?

Der Organspendeausweis bietet fünf unterschiedliche Möglichkeiten, seine Entscheidung zu dokumentieren.

1. Der Spende kann uneingeschränkt zugestimmt werden. Damit werden Organe, wie auch Gewebe zur Spende frei gegeben. Dies umfasst Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm und Teile der Haut sowie Hornhaut der Augen, Herzklappen und Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen nach dem Tod zur Spende freigegeben.

2. Bestimmte Organe und Gewebe können auf dem Ausweis explizit von der Spende ausgeschlossen werden.

3. Es ist möglich, zu dokumentieren, dass im Falle des Falles nur bestimmte Organe und Gewebe zur Spende freigegeben werden.

4. Die Spende kann generell abgelehnt werden. Auch dann ist es ist es hilfreich, ein „Nein“ zur Organspende auf dem Ausweis zu dokumentieren.

5. Die Entscheidung kann auf eine andere Person übertragen werden. Wer die Entscheidung nicht selbst oder nicht sofort treffen will, kann sie auf eine andere Person übertragen. Zum Beispiel auf den Ehepartner, die Eltern oder eine sonstige Vertrauensperson. in der Zeile „Anmerkungen/Besondere Hinweise“ kann eine Person benannt werden, die im Todesfall benachrichtigt werden soll, da sie über die Entscheidung informiert ist.

Somit bietet euch der Ausweis 5 Auswahlmöglichkeiten, um eurer persönlichen Entscheidung gerecht zu werden.

3. Ab welchem Alter kann ich Meine Entscheidung dokumentieren?

Bereits mit 14 Jahren kann man einer Organentnahme widersprechen. Unabhängig davon kann jeder Jugendliche seinen Eltern den eigenen Wunsch mitteilen, da diese im Todesfall über die spende entscheiden. Ab 16 Jahren wird die Möglichkeit offiziell erweitert und man kann sich auf dem Organspendeausweis explizit für eine Spende aussprechen. Letztendlich solltet Ihr das Thema jedoch in jedem Fall einmal mit Euren Eltern besprechen, damit Eure Entscheidung gegebenenfalls mittragen und unterstützen können.

3. Wer sollte über meinen Ausweis Bescheid wissen?

Grundsätzlich ist es empfehlenswert Angehörige und Freunde über seine Entscheidung und Einstellung zur Organspende zu informieren. Das deutsche Transplantationsgesetz schreibt nämlich vor, auch bei Vorlage eines Ausweises, die Angehörigen im Todesfall zusätzlich zu befragen, ob sie mit der Organentnahme einverstanden sind. Liegt kein Organspendeausweis vor, werden sie um eine Entscheidung im Sinne Verstorbenen gebeten.

4. Wo sollte ich den Ausweis aufbewahren?

Der Organspendeausweis wird an keiner offiziellen Stelle registriert oder hinterlegt. Es ist sinnvoll den Ausweis mit den Personalpapieren bei sich zu tragen. Möglich ist aber auch, den Ausweis bei Angehörigen oder einer nicht verwandten Vertrauensperson zu hinterlegen.