Wie läuft eine Organspende ab?

Folgende Schritte müssen durchlaufen werden, bevor eine Organspende durchgeführt werden kann:

1. DIAGNOSE DES HIRNTODS
Der Hirntod beschreibt den nicht-wiederherstellbaren (irreversiblen) Ausfall der Gesamt- funktion des Gehirns und ist somit nach weltweit anerkanntem wissenschaftlich- medizinischem Stand ein sicheres Todeszeichen des Menschen. Er ist Ausgangspunkt einer jeden Spende.
Seine Feststellung erfolgt in Deutschland durch zwei voneinander unabhängige Fachärzte, die nach strengen Richtlinien der Bundesärztekammer und dem deutschen Transplantationsgesetz handeln. Dabei werden körperliche Untersuchungen zum Nachweis eines kompletten Ausfalls der Hirnfunktion (Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm) sowie weitere Untersuchungen zum Nachweis einer Irreversibilität durchgeführt.
Zur vollständigen Sicherung der Diagnose wird ein Beobachtungszeitraum von mindestens 12 bis maximal 72 Stunden angesetzt.

2. EINWILLIGUNG ZUR ORGANENTNAHME
Durch die Dokumentation auf dem Organspendeausweis und durch die Zustimmung der Angehörigen nach dem Willen des Verstorbenen ist die Einwilligung zur Organentnahme rechtsgültig.

3. ÜBERPRÜFUNG DER SPENDERKRITERIEN
Vor der Organentnahme muss geklärt sein, dass das zu entnehmende Organ funk- tionsfähig ist und der Spender nicht an Vorerkrankungen wie beispielsweise HIV oder Krebserkrankungen leidet. Das Alter des Spenders spielt dabei eine untergeordnete Rolle, solange die Organfunktion erhalten ist.

4. KOORDINATION DER SPENDERORGANE UND EMPFÄNGER DURCH EUROTRANSPLANT
Sind diese ersten drei Schritte durchlaufen, informiert das betreuende Krankenhaus die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Diese meldet daraufhin den Organspender bei Eurotransplant. Dies ist eine gemeinnützige Stiftung und die zentrale Vermittlungs- und Koordinierungsstelle für Organe von hirntoten Spendern aus Belgien, Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Kroatien und Slowenien.
Nach Eingang der Spendermeldung bei Eurotransplant wird eine computergestützte „Match“-Liste erstellt. Sie enthält den potenziell passenden Empfänger gemäß einer Rangfolge, die nach vorgegebenen Verteilungskriterien aufgestellt wird. Die Verteilung erfolgt hierbei unter Berücksichtigung der Erfolgsaussicht (Überleben des Empfängers, längerfristig erhaltene Organfunktion und verbesserte Lebensqualität), der Dringlichkeit (Lebensbedrohung) und der Wartezeit.

5. BEGLEITUNG DES ORGANS VOM EMPFäNGER ZUM SPENDER
Ist ein passender Empfänger gefunden, werden innerhalb kürzester Zeit die Organe in dem jeweiligen Krankenhaus durch ein externes Transplantationsteam entnommen. Dabei wird auf einen rücksichtsvollen Umgang mit dem Leichnam geachtet. Anschließend wird der Leichnam für Familie und Freunde zur Beerdigung freigegeben. So kann in Ruhe Abschied genommen werden.
Nach dem Transport der Organe in das Transplantationszentrum des Empfängers erfolgt die Transplantation.

Die Organe eines Spenders können mehreren Empfängern das Leben retten.