Claudia Kotter

Eine Liebeserklärung an das Leben…

… hat ein Freund einmal gesagt, als er nach Claudia gefragt wurde. Und genauso ist es. Claudi hat ihr Leben in vollen Zügen geliebt und gelebt und ist dabei ihrem Grundgedanke “Das Leben findet jetzt statt, man kann es nicht verschieben” gefolgt. Sie hat daraus kein Dogma gemacht, es aber auch nicht bei bloßen Worten belassen. Es war IHR Lebensgefühl, mit dem sie beeindruckt und für immer Spuren hinterlassen hat.

Im Alter von sieben Jahren wurde bei Claudia die seltene Autoimmunkrankheit Sklerodermie diagnostiziert. Trotz der Diagnose hat sie es jedoch geschafft, ein relativ normales Leben zu führen, denn Claudia hat sich nicht als krank empfunden, die Krankheit aber auch nicht als ihren Feind verstanden. Vielmehr hat sie sich weiterhin an ihrem gesunden Umfeld orientiert und versucht ihre Krankheit in ein möglichst aktives Leben zu integrieren.  Schon damals war ihr unbeschreiblicher Lebenswille und ihre Kraft zu spüren. Als sich mit 20 Jahren der Zustand ihrer Lunge jedoch enorm verschlechtert hatte, wurde schnell deutlich, dass ihr Leben nur durch eine Lungentransplantation gerettet werden kann. Vier Jahre musste Claudia auf eine neue Lunge warten. Die Zeit bis zur Transplantation hat sie jedoch nicht mit Warten verbracht. Sie hat Junge Helden gegründet und einen neuen Umgang mit dem Thema Organspende etabliert. Anstatt zu moralisieren und pro zu agieren, hat Claudia den Weg für einen liberalen und lebensbejahenden Umgang mit dem Thema geebnet.

Auszug aus dem von Claudia Kotter an Jürgen Vogel verfassten Brief aus dem Jahr 2003. Der vollständige Brief ist in der von Hellmuth Karasek herausgegebenen Buchreihe “Briefe bewegen die Welt” im teNeues Verlag erschienen.

Am 9. Mai 2007 wurde Claudia schließlich transplantiert und konnte ihr Leben danach noch intensiver als zuvor leben. Sie ist verreist, hat Sport gemacht, ein Buch geschrieben, sich noch mehr für Junge Helden stark gemacht, und einfach jede Sekunde mit ihren Freunden und ihrer Familie genossen. Am 14. Juni 2011 ist Claudia an einem Herzversagen in ihrer Berliner Wohnung gestorben.

So plötzlich Claudi uns auch verlassen hat, so sehr hat sie uns aber auch auf diesen Moment vorbereitet. Das hat sie eher indirekt gemacht, aber indem sie ihre Gedanken und Vorstellungen immer mit uns geteilt, Diskussionen und offene Worte nie gescheut hat, haben wir immer deutlich vor Augen, wie Claudi handeln würde.

DANKE CLAUDI, dass Du Junge Helden und unser Team zu dem gemacht hast, was es ist, und dass Du jeden von uns so sehr bereichert hast:

Meine große Schwester. Du bist und bleibst ein Teil von mir und machst mein Leben aus!” (Angela Kotter)

Meine Freundschaft mit Claudi hat mich geprägt. Claudi hat mir beigebracht das Leben zu umarmen und zu erkennen, dass vieles leichter geht, wenn man es gemeinsam tut. Das klingt leicht, ist es aber nicht, wenn man dieses ‘Gemeinsam’ für die ganze Freundschaft definiert. Bei Claudi war das so: Hand in Hand.“ (Ina Brunk)

Claudi hat mir gezeigt, dass man nur im gegenwärtigen
Augenblick das Leben wirklich berühren kann.“ (Jule Knippel)

„Claudi, Deine unvergleichliche Einstellung dem Leben gegenüber, Deine Aufmerksamkeit und Wertschätzung anderen Menschen gegenüber und Deine unendliche Liebe Deiner Familie und Deinen Freunden gegenüber werden mir immer Vorbild und Orientierung sein. Danke dafür und die beste kleine Schwester der Welt!” (Anna Barbara Sum)

„Claudi, Dein Lachen war einzigartig und es wird mich immer begleiten.“ (Bastian Ipach)

Claudi hat mir beigebracht im JETZT zu leben. Sie wird mir mit ihrer Energie, Verbindlichkeit und ihrem Mut immer ein Vorbild sein und mit ihrem liebe- und verständnisvollen Wesen immer im Herzen bleiben.” (Janna Trauernicht)

Es ist so bereichernd den Blick mal durch die Augen des Anderen zu wagen, denn Dinge sind nur das, was wir in ihnen sehen. Was sichtbar wird, wenn wir gemeinsam schauen, kann sogar zur größten Motivation werden. Danke Claudi, das habe ich durch dich gelernt.“ (Sarah Löper)

Claudia: Ein Leben, für mich unvergessen!” (Christopher Prinz)

Claudi war in ihr Leben vertieft. In jedes Gefühl, in jede Freude, jeden Spaß. In jede Angst, in jeden Schmerz. Wenn man das alles mit ihr geteilt hat, dann ging das manchmal an die Substanz, aber es machte die Freundschaft nur noch stärker, und jeder schöne Moment stellte alle Schwierigkeiten in den Schatten.“ (Arend Remmers)